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Das Weg-Wort - Werktagsgedanken aus der Bahnhofkirche Zürich
 

Sein Gesicht als Kreuz

Wegwort vom 18. April 2014

Wir alle kennen die grossen Kreuze in Kirchen und die mittleren und kleineren am Kettchen um den Hals. In unserem Raum der Stille haben wir nur das stilisierte Kreuzsymbol als Religionszeichen neben anderen - schwach und übersehbar - aber eben so, dass es auszeichnet und klar benennt, aber niemanden ausgrenzt und sein Dasein verunmöglicht.

Trotzdem sehe ich in unserer Bahnhofkirche immer wieder grosse Kreuzdarstellungen im Sinne dieser bildlichen Darstellung von "Christos" des Künstlers Alexej Jawlensky: Das Gesicht von Christus als Kreuz!

Auf der einen Seite erinnert dieses Christusgesicht mich an die Geschichte derer, die sich schon damals nicht allzu viel dabei dachten, eben noch ihr "Hosianna" und später schon ihr "Kreuzige" zu schreien, nichts als gute Gründe dafür hatten und eine grosse Schale Wasser, ihre Hände in Unschuld zu waschen. Auf der anderen Seite erzählt er mir die Geschichte derer, die sich vorkommen, als sei da nichts, was es lohnte in ihrem Leben, bis sie einen treffen, dem es mit seiner Zentnerlast nicht anders geht, der ihn aber geht, seinen Kurs in die sich verdunkelnde Sonne, bis alles vollbracht ist.
Das Gesicht und das Kreuz: Er selbst ist es: der Gerechte Gottes. Was er nimmt, was er gibt: Er ist es und nimmt es und gibt es aus Gott. Ausgestreckt zwischen Himmel und Erde, die Räume durchmessend zwischen Vertrauen und Verrat, Glaube und Hoffnungslosigkeit, Sanftmut und schlimmster Tortur, geboren zum Leben und geschlagen zum Tod nicht entfliehend, Widerstand leistend, standhaltend in Worten und Taten, mit Herz und Verstand: Christus, Gottes Anwesenheit in der Liebe!

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Geändert: 18.04.2014
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